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Rathaus Westfront (© Medienagentur Donath : Donath )

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30 Jahre Baum des Jahres-Stifung

Seit dem Jahr 1989 erweitert der Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen gemeinsam mit den Bayerischen Staatsforsten und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten regelmäßig die Allee der Jahresbäume im Erholungswald der Kneippstadt um den jeweiligen „Baum des Jahres“. In diesem Jahr besteht die „Baum des Jahres Stiftung“ 30 Jahre. Die Stiftung wählt seit dieser Zeit jedes Jahr den Baum des Jahres aus. Meist sind es Baumarten, die in ihrem Bestand bedroht oder deren typische Lebensräume gefährdet sind. Bad Wörishofen war von Anfang an dabei. Alle Bäume, die seit Ende der 80er Jahre zum Baum des Jahres erkoren wurden, wurden in der Kneippstadt in der „Allee der Jahresbäume“ jeweils in kleinen Gruppen angepflanzt. Die Allee ist heute ein wichtiger Bestandteil des einmaligen Kneipp-Waldweges auf dem Gemeindegebiet der Stadt Bad Wörishofen. Die Pflanzung erfolgt am Rande des Kneipp-Waldweges, der zu einem der beliebtesten Wanderwege der Kneippstadt gehört.

Baumpflanzaktion am Mittwoch, 25. April 2018

Die Pflanzaktion zum „Baum des Jahres 2018“ findet am Mittwoch, 25. April 2018 ab 9.00 Uhr statt. Treffpunkt ist der Parkplatz Hinterhartenthal an der Ortsverbindungsstraße Hartenthal-Altensteig um 09.00 Uhr.

Zur diesjährigen Pflanzaktion dürfen wir neben den Vertretern aus Politik, den Staatsforstbetrieben, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Kindern des Kindergartens Gartenstadt auch wieder den Ehrenvorsitzenden der
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Herrn Staatsminister a.D. Josef Miller, begrüßen. Darüber hinaus sind alle Interessierten herzlich eingeladen!
Wie es guter Brauch ist, bereichert der Kur- und Tourismusbetrieb diesen Pflanzort mit einer zusätzlichen Attraktion - mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden!

Der „Baum des Jahres 2018“ ist die Ess-Kastanie

Die Ess-Kastanie (Castanea sativa) ist der Baum des Jahres 2018 und ist in Deutschland – von wenigen regionalen Ausnahmen abgesehen – eine seltene Baumart, aber sie ist eine der eindrucksvollsten. Wer einmal ihre auffallend gelblichweiße Blütenpracht gesehen hat, die die gesamte Baumkrone im Frühsommer überzieht, wer einmal erlebt hat, wie im Oktober ihre großen, runden, mit unzähligen Stacheln besetzten Früchte herunterfallen, aufplatzen und die wunderschönen, mahagonibraun glänzenden Kastanien mit der zart behaarten weißen Spitze freigeben, der wird diesen Baum nicht mehr vergessen. Wer heute Kastaniennüsse auf seinen Speiseplan setzt, der hat eher kulinarisches Beiwerk im Sinn. Der charakteristische Geschmack der fettarmen, stärkereichen und süßlichen Maronen eignet sich bestens, um einmal neue, ungewohnte Akzente bei Suppen, Beilagen oder Süßspeisen zu setzen. Für wohlhabende Menschen war die Kastanie schon seit der Antike eine willkommene und delikate Abwechslung in der herbstlichen Menüabfolge.
Doch – so schrieb schon der Botaniker Jacques Daléchamps aus Lyon Mitte des 16. Jahrhunderts: „Die Kastanie ist das Dessert für die Tafel der Reichen sowie das Fleisch für die Armen.“ Denn für große Teile der Bevölkerung, vor allem in den ländlichen kargen Bergregionen Südeuropas, wo der Anbau von Getreide unergiebig oder unmöglich war, war die Ess-Kastanie bis ins 19. Jahrhundert hinein das Hauptnahrungsmittel. Geröstet oder gekocht kam sie auf den Tisch. Zu Gries oder Mehl gemahlen, ließ sich daraus eine Art Polenta herstellen, Suppe kochen oder Brot backen. Gedörrte Kastanien und Kastanienmehl waren bis zu zwei Jahre haltbar. Wenn nach Missernten im Lande Hungersnot drohte, blieben die Kastanien aus den Bergen das einzige, oft lebensrettende Nahrungsmittel. Viele der großen mediterranen Kastanienanbauflächen – im Tessin, in Ligurien, in den Cevennen oder auf Korsika – liegen heute brach. Es waren meist terrassierte Berghänge, locker bestanden mit Kastanienbäumen, unter denen Heu gemacht wurde, Ziegen und Schafe weiden konnten und – nach der Ernte – auch noch ein paar Schweine satt wurden.
Doch Mais und Kartoffeln wurden mehr und mehr zu konkurrierenden Stärkelieferanten. Die großen Fortschritte in der landwirtschaftlichen Produktion im Laufe des 19. Jahrhunderts schwächten die wirtschaftliche Bedeutung des mühsamen Kastanienanbaus in den Bergen weiter. Als dann auch noch eine die Wurzeln zerstörende Pilzkrankheit, die sogenannte Tintenkrankheit, große Lücken in die Kastanienhaine Südeuropas schlug, nahm das Interesse an der Kastanienwirtschaft weiter ab. Infolge der zunehmenden Landflucht im 20. Jahrhundert wurden dann fast alle noch bestehenden Kulturen aufgegeben. Viele dieser ehemaligen Kulturen sind aber nicht verschwunden, sondern inzwischen zu wunderschönen, aber meist nur noch touristisch genutzten Kastanienwäldern verwildert. Der heute größte zusammenhängende Kastanienwald Europas ist der Brentan. Er steht im Schweizer Graubünden an der Grenze zu Italien und wird in Teilen auch noch bewirtschaftet.

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